
Feuerverzinkte Gefahrstoff-Übungsanlage der Feuerwehrschule Bruchsal Eine möglichst praxisnahe Ausbildung von Feuerwehrleuten im Umgang mit realen Gefahrstoffen in realen Stresssituationen ist ein wesentliches Ziel der Landesfeuerschule Baden-Württemberg in Bruchsal.
Aus diesem Grund beauftragte das Amt für Vermögen und Bau Baden-Württemberg in Karlsruhe das Ingenieurbüro Peters Engineering mit der Planung einer hochmodernen Gefahrstoff-Übungsanlage. Die neue Anlage bietet ein ideales Trainingsumfeld für Feuerwehrleute. Verschiedenste Übungsszenarien können vom PC aus per Mausklick gesteuert werden. Das Verhalten der Übenden wird dabei von mehreren Kameras überwacht und aufgezeichnet, um die taktisch richtige Vorgehensweise im Nachhinein besprechen und bewerten zu können.
Szenarien und Leckagen unterschiedlichster Art und Medien verteilen sich auf typische Industrieumgebungen wie Rohrbrücken, Rohrgraben, Tanktassen und Gebäude. Das zentrale Übungsgebäude besteht aus einem großen „Stahlregal“ im Fünf-Meter-Raster mit vielen Ebenen aus Sicherheitsrosten, verbunden über verschiedene Varianten von Stahltreppen und Steigleitern. Im Erdgeschoss sind drei Übungsräume und ein Technikraum in die Stahlstruktur eingeschoben.
Für die Raumwände wurde säurefestes Klinkersichtmauerwerk gewählt. Im Obergeschoss über dem Technikraum ist der Leitstand angeordnet. Hier wird die Anlage überwacht und gesteuert. In einem zweigeschossigen Übungsraum befindet sich eine Wendeltreppe, die auf eine Galerie führt. Von dort ist über eine Leiter der Einstieg in eine Kolonne möglich, einem verfahrenstechnischen Apparat in Form einer schlanken Säule, der dazu dient, Stoffgemische durch thermische Verfahren industriell zu trennen. In der Kolonne kann über mehrere Leitern und Gitterrostzwischenpodeste mit Schutzbügeln nach oben gestiegen werden. Auf den anderen Ebenen des Übungsgebäudes gibt es einen waagerechten Dachtank und zwei senkrechte Kolonnen.
Der Korrosionsschutz für die Übungsanlage ist industrieanlagentypisch. Das Haupttragwerk der Rohrbrücke und des Übungsgebäudes wurde mit feuerverzinktem und anschließend eisenglimmerbeschichtetem Stahl ausgeführt. Die Wangen der Treppen bestehen aus U-Profilen und wurden in gleicher Weise vor Korrosion geschützt. Alle begehbaren Ebenen und Treppen des Übungsgebäudes, mit Ausnahme des Leitstands, sind mit feuerverzinkten Sicherheitsrosten ausgestattet, deren Oberflächen beim Üben mit Wasser und Gefahrstoffen eine rutschfeste Standfläche bieten. Die Rohrbrücke ist wie in Produktionsanlagen üblich mit konventionellen, feuerverzinkten Gitterrosten belegt. Alle Übungsebenen und alle Treppen werden wie im Industriebau durch feuerverzinkte Rundrohrgeländer gesichert. Ein Übungsraum wurde sogar mit feuerverzinkten Übungsmöbeln eingerichtet, da diese Art der Möblierung sich im Brandhaus der Feuerwehrschule seit Jahren bewährt hat.
Bauherr: Amt für Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Karlsruhe Planung: Peters Engineering AG, Ludwigshafen
Backgrounder: Der Industrieverband Feuerverzinken e.V. und seine Serviceorganisation, das Institut Feuerverzinken GmbH, vertreten mit 108 Mitgliedern rund 75% des deutschen Feuerverzinkungsmarktes. Im Jahr 2005 wurden von der Branche in Deutschland ca. 1,3 Mio. t Stahl stückverzinkt. Wichtige Anwendungsbereiche des Korrosionsschutzes durch Feuerverzinken sind u.a. Architektur und Bauwesen sowie die Verkehrstechnik und der Fahrzeugbau. Weitere Informationen zum Feuerverzinken unter: www.feuerverzinken.com. 




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