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Konduktives Förderzentrum Oberföhring






Duplex-System schützt Stahlkonstruktion

In einem villengeprägten und eindrucksvoll begrünten Umfeld in München-Oberföhring liegt das Konduktive Förderzentrum, das der Rehabilition von hirnverletzten Kindern und Jugendlichen dient. Es wurde von den Münchner Reichert Pranschke Maluche Architekten entworfen und verbindet grazil und auflockernd wirkende Stahlkonstruktionen mit einem massiven, geschlossenen Baukörper.

 

Das Zentrum dient als Tagesstätte, Kindergarten, Therapiebereich, Elternfrühberatungsstelle und als Wohnheim für zwei betreute Wohngruppen. Die Einrichtung besteht aus einem flächigen Sockelgeschoss mit einem eingeschnittenen Innenhof und zwei Einzelbaukörpern auf dem Dachplateau. An den Ecken des Basisgeschosses befinden sich die zweigeschossigen Volumen. Sie definieren die Außenkanten des Gebäudekomplexes und gliedern die Baumasse. Die Einzelbauten nehmen maßstäblich die Villenstruktur der Umgebung auf. Die Nutzung der einzelnen Gebäudeteile ist ablesbar und spiegelt sich in den Fassaden wieder. Hierdurch wird die Identifikation mit der Anlage gefördert. Die unterschiedlichen Fassaden der einzelnen Gebäude- und Nutzungsbereiche werden durch die Homogenität des Fassadenmaterials der Außenecken und des Sockels verbunden.

 

Dem plastischen Bauvolumen in Massivbauweise wurden die wesentlichen Erschließungselemente als leicht wirkende Stahlkonstruktionen vorgesetzt. Der Zugangspavillon als Entree wird geprägt von vier Stahlstützen und einer offenen Stahldachkonstruktion, gedeckt mit einem Edelstahlnetz. Vom Pavillon, der neben dem Aufzug die offenen Erschließungstreppen umfasst, führt eine angesetzte Stahlfachwerkbrücke auf das obere Erschließungsniveau. Das Haupttragwerk der Brücke bilden Fachwerkträger aus offenen Walz- und Schweißprofilen mit ausgekreuzten Quer- und Nebenträgern. Die elf Meter lange Brücke spannt vom Hauptgebäude bis zu den Stahlstützen des Eingangspavillons. Weitere als Stahlkonstruktion ausgeführte Erschließungselemente sind die Fluchtbalkone auf der Südseite des Wohnheims, die Spindelfluchttreppe und die transparente Überdachung der Tiefgarageneinfahrt.

 

Da es sich am Standort um eine typische Stadtatmosphäre mit geringen Verunreinigungen handelt, wurde die Korrosionsbelastung von den Architekten der Korrosivitätskategorie C3 zugeordnet. Um einen möglichst langlebigen Korrosionsschutz zu schaffen, wurde für sämtliche Stahlteile ein Duplex-System, das aus einer Feuerverzinkung mit einer zusätzlichen Beschichtung besteht, verwendet.

 

Die filigranen Stahlkonstruktionen bilden einen gestalterisch gewünschten Gegenpol zu dem geschlossen wirkenden Baukörpervolumen und binden ihn in spielerischer Art an die unterschiedlichen Ebenen des Grundstückes an.

 

Abbildungen:

Abb. 1: Das Konduktive Förderzentrum verbindet grazil und auflockernd wirkende Stahlkonstruktionen mit einem massiven Baukörper.

 

Abb. 2: Der feuerverzinkte und beschichtete Zugangspavillon wird geprägt von vier Stahlstützen und einer offenen Stahldachkonstruktion.

 

Abb. 3: Erschließungselemente wie die Fluchtbalkone auf der Südseite des Wohnheims sind ebenfalls in feuerverzinktem und beschichtetem Stahl ausgeführt.

 

Abb. 4: Die Nutzung der einzelnen Gebäudeteile ist ablesbar und spiegelt sich in den Fassaden wieder.

 

Backgrounder:

Der Industrieverband Feuerverzinken e.V. und seine Serviceorganisation, das Institut Feuerverzinken GmbH, vertreten mit 108 Mitgliedern rund 75% des deutschen Feuerverzinkungsmarktes. Im Jahr 2005 wurden von der Branche in Deutschland ca. 1,3 Mio. t Stahl stückverzinkt. Wichtige Anwendungsbereiche des Korrosionsschutzes durch Feuerverzinken sind u.a. Architektur und Bauwesen sowie die Verkehrstechnik und der Fahrzeugbau. Weitere Informationen zum Feuerverzinken unter: www.feuerverzinken.com.

 


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