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Feuerverzinkungsindustrie blickt zuversichtlich in die Zukunft



Positive Trendwende am Markt

 

Wenn Ulrich Henssler, Vorsitzender des Industrieverbandes Feuerverzinken e.V. durch eine Verzinkerei geht, dann denkt er auch immer an den enormen Beitrag zur Werterhaltung und Ressourcenschonung, den die Feuerverzinkungsindustrie schafft.  Pro Jahr werden in Deutschland Werte von mehr als 90 Milliarden EUR durch Korrosion zerstört. „Ohne die Feuerverzinkung wäre diese Zahl deutlich höher. Durch mehr Feuerverzinken könnte dieser volkswirtschaftlich problematische Verlust drastisch reduziert werden. Die Bedeutung des Korrosionsschutzes für Stahl wird in der Öffentlichkeit vielfach unterschätzt“, so der Diplom-Volkswirt Henssler.

 

Auf der Jahres-Pressekonferenz der Feuerverzinkungsindustrie am 29. September 2005 in Dresden machte Henssler deutlich, dass sich die Anzeichen einer Trendwende, die sich bereits im vergangenen Jahr ankündigten, in diesem Jahr bestätigt haben. Die Feuerverzinker erwarten für 2005 voraussichtlich  erneut  einen leichten Anstieg der Produktion um 1 – 2 %.

 

Die Branche blickt verhalten positiv in die Zukunft, wohlwissend, dass sie in den vergangenen Jahren beachtliches geleistet hat. Die nachhaltige Entwicklung des Verfahrens zu einem umweltfreundlichen und ressourcenschonenden Prozess, die Humanisierung der Arbeitsplätze und die Qualifikation der Mitarbeiter für die Herausforderungen der Zukunft; die Wandlung von einer reinen produktions- zu einer dienstleistungsorientierten Branche hat der Industrie geholfen neue Potenziale zu erschließen.

 

Die Feuerverzinkungsindustrie ist eine typisch mittelständische Branche, die im Bereich des Korrosionsschutzes von Stahl überwiegend im Auftrage ihrer Kunden arbeitet. Rund 160 Betriebe dieser Branche mit etwa 4.700 Beschäftigten schützen dabei insgesamt 1,25 Millionen Tonnen Stahl im Verfahren der Stückverzinkung vor Korrosion.

 

„Die Geschäftstätigkeit der Feuerverzinkungsindustrie hat sich trotz schwieriger Rahmenbedingungen belebt“, stellte  Ulrich Henssler fest. Bereits das zweite Halbjahr 2004 ließ eine leichte Belebung der Produktion erkennen. Der Tonnage-Durchsatz der Mitgliedswerke des Industrieverbandes Feuerverzinken stieg 2004 insgesamt um ca. 1,2 %. Nach dem Boom Anfang der 90er-Jahre und der Rückentwicklung und Konsolidierung in der Zeit danach scheint seit 2004 die Talsohle durchschritten. Neue Anwendungen außerhalb des Baugewerbes und des Stahlbaus haben einen Beitrag zur Entkopplung und zur Reduzierung der Abhängigkeit vom Bauwesen geleistet.

 

Im Jahr 2005 setzte sich der positive Trend nach witterungsbedingter Winteranlaufschwäche fort. Im zweiten Quartal belebte sich die Entwicklung erwartungsgemäß und zeigte gegen Ende des Quartals, im Juni 2005, bereits eine Tonnage-Steigerung von rund 2,5 % im Vergleich zum gleichen Vorjahresmonat. Die Branche hofft, dass sich die Markterholung auch im zweiten Halbjahr fortsetzen wird. Für Juli und August ist trotz ruhiger Geschäftstätigkeit in der Ferienzeit mit einer kontinuierlichen Entwicklung zu rechnen. Für die folgenden Monate des Jahres wird eine positive Weiterentwicklung erwartet.  Ein Anstieg der Produktion im Gesamtjahr 2005 von 1 – 2% erscheint daher realistisch.

 

Mittelfristig könnten jedoch die Entwicklung des Zinkpreises und der Energiepreise den Aufwärtstrend der Feuerverzinkungsindustrie gefährden. Die Zinkpreise sind seit dem vergangenen Jahr als Folge der weltweit starken Nachfrage um rund 35% angezogen. Der im Vergleich zum Dollar starke Euro hat glücklicherweise dazu beigetragen, diesen Kostenanstieg in Europa abzumildern. Nachdem sich seit einigen Monaten die Paritäten wieder angenähert haben, bekommen auch die europäischen Feuerverzinkereien die gestiegenen Zinkpreise zu spüren. Unter diesen Vorzeichen haben sich die Feuerverzinker bemüht, den Zinkeinsatz weiter zu reduzieren. Der Zinkeinsatz in den Betrieben der Feuerverzinkungsindustrie ging 2004 nochmals geringfügig zurück und liegt nun in der Branche bei insgesamt rund 95.000 t. Ursächlich hierfür ist eine optimierte Verfahrenstechnik und neue, legierte Zinkschmelzen, die es ermöglichen, dünnere Zinküberzüge  gleichmäßiger als bisher aufzubringen. Die Verzinkung nimmt mit 32 % des gesamten deutschen Zinkverbrauchs eine zentrale Stellung ein.

 

Für Verunsicherung sorgen die steigenden Energiekosten.  Energie- und Frachtkosten haben zusammen einen Kostenanteil von knapp 20% in einer Verzinkerei. Energiepreiserhöhungen schlagen in der Feuerverzinkungsindustrie  voll durch und nötigen die Verzinker zu Preisanpassungen, die sich wiederum negativ auf den zarten Nachfrageanstieg auswirken können.

 

Ulrich Henssler machte deutlich, dass die Feuerverzinkungsindustrie ihre Hausaufgaben gemacht hat, gleichzeitig muss jedoch die Politik klare Rahmenbedingungen schaffen, um unsere Volkswirtschaft wieder auf einen besseren Weg zu bringen. Die Feuerverzinkungsindustrie sieht sich in der Verantwortung für die Zukunft und ist bereit, ihren Beitrag zu leisten.

 

Abb. 1:

Das Bauwesen ist nach wie vor der größte Auftraggeber der Feuerverzinker

 

Abb. 2:

Ulrich Henssler, Vorsitzender des Industrieverbandes Feuerverzinken rechnet mit einer positiven Trendwende am Markt.

 

 

 


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