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Bankenkrise verunsichert Feuerverzinkungsindustrie - Die Zeit der Zuwächse geht zu Ende





„Momentan sind wir hochzufrieden, doch ist die Zukunft ungewiss“, mit dieser knappen Formel brachte Ulrich Henssler, Vorsitzender des Industrieverbandes Feuerverzinken die wirtschaftliche Situation der deutschen Feuerverzinkungsindustrie auf den Punkt.

 

Die mittelständisch geprägte Branche, die Stahl langlebig vor Rost schützt und überwiegend im Lohnauftrag für ihre Kunden tätig ist, gibt rund 4500 Menschen Arbeit. Mit einem Mengenzuwachs von 3,4 Prozent im Jahr 2007 und einem erwarteten Mengenanstieg von 3 bis 5 Prozent für das laufende Jahr 2008 stellt sich die augenblickliche Situation der Feuerverzinker positiv dar. Doch nicht nur die Zuwächse erfreuen die Verzinker, auch das mittlerweile wieder erreichte hohe Produktionsniveau von 1,4 Millionen Tonnen pro Jahr gibt Anlass zur Zufriedenheit. Nach drastischen Tonnageeinbrüchen in den Jahren 2001 bis 2004 sind Deutschlands Feuerverzinker wieder auf dem Niveau angelangt auf dem Sie bereits vor rund 10 Jahren waren. Dazu beigetragen hat die positive Entwicklung der Baukonjunktur. Jede zweite Tonne stückverzinkten Stahls wird im Bauwesen eingesetzt, beispielsweise um Balkongeländer, Treppen und Stahlträger vor Korrosion zu schützen. „Die deutsche Bauwirtschaft glänzt zurzeit mit vollen Auftragsbüchern, die hoffentlich auch über das Jahr 2008 Bestand haben werden. Insbesondere gehen im Jahr 2008 vom Wirtschaftsbau mit Steigerungen von 6,5 Prozent sowie vom Öffentlichen Bau mit einem Plus von 3,5 Prozent starke Impulse aus, von denen der Stahl- und Metallbau und damit auch die Feuerverzinkungsindustrie profitiert“, beschreibt Ulrich Henssler die Lage und ergänzt „Noch vor drei Monaten hätte ich unsere Erwartungen an das Jahr 2009 ebenfalls positiv eingeschätzt, doch die Bankenkrise und die damit zu erwartenden negativen realwirtschaftlichen Folgen haben zu einer starken Verunsicherung in unserer Branche geführt. Niemand kann zurzeit eine halbwegs sichere Einschätzung für 2009 geben.“ Das Herbstgutachten 2008 der Wirtschaftsforschungsinstitute unterstützt diese Auffassung. Die Bauinvestitionen werden um 0,6 Prozent zurückgehen. Auch außerhalb des Bauwesens beispielsweise bei Konstruktionen im Bereich der Ausrüstungsinvestitionen wird ein Rückgang von 3 Prozent erwartet.

 

Angesichts der derzeit eher negativen Aussichten für 2009, kommen bei den Feuerverzinkern Erinnerungen an das Tal der Tränen hoch, das vor einigen Jahren durchschritten wurde. Die Jahre nach 2000 waren geprägt durch sinkende Verzinkungspreise und geringe Verzinkungsmengen bei steigenden Kosten. Die deutsche Verzinkungsindustrie hatte diese wirtschaftlich schmerzliche Zeit dazu genutzt, in erheblichem Maße Rationalisierungsmaßnahmen durchzuführen und damit Kosteneinsparungspotenziale zu erschließen. Sie ist gestärkt aus diesem Prozess hervorgegangen.

 

Die Feuerverzinkungsindustrie hat sich in den letzten drei Jahren von den negativen Auswirkungen der Jahre davor erholt. Wenn wir in eine Rezession reinschliddern, dann wird uns das hart treffen, insbesondere auch vor dem Hintergrund des hohen Kostendrucks, der in unserer Branche herrscht", beschreibt Henssler mit ernster Mine die Zukunft. Das Feuerverzinken ist ein energieintensiver Prozess. Für das Jahr 2009 werden bei den Energien Steigerungen von 9 Prozent erwartet. Zusätzlich sind aufgrund der derzeitigen gewerkschaftlichen Forderungen hohe Lohnabschlüsse zu erwarten, die sich ebenfalls stark kostenmäßig auswirken werden, da beim industriellen Verzinkungsprozess insbesondere an den Schnittstellen am Prozessbeginn und am Prozessende in erheblichem Maße manuelle Arbeit erforderlich ist. Da die Mehrzahl der Verzinkungsbetriebe ihren Kunden zusätzliche Dienstleistungen in der Logistik anbieten, macht sich ebenfalls der zu erwartende Kostenanstieg von 8 Prozent bei den Frachten bemerkbar. „Ich hoffe, dass wir am Ende nicht auf den Kosten sitzen bleiben“, sagt Ulrich Henssler.

 

Abbildungen:

Abb. 1: Ulrich Henssler, Vorsitzender des Industrieverbandes Feuerverzinken über die wirtschaftliche Situation der Feuerverzinker: "„Momentan sind wir hochzufrieden, doch ist die Zukunft ungewiss.“

 

Abb. 2: Das Bauwesen ist in Deutschland das dominierende Marktsegment beim Feuerverzinken.

 

Abb. 3: Mehr als zwei Drittel der Feuerverzinkungstonnage werden von Stahlbauunternehmen und Serienteileherstellern in Auftrag gegeben.

 

 

Backgrounder:
Der Industrieverband Feuerverzinken e.V. und seine Serviceorganisation, das Institut Feuerverzinken GmbH, vertreten mit 112 Mitgliedern rund 75% des deutschen Feuerverzinkungsmarktes. Im Jahr 2007 wurden von der Branche in Deutschland ca. 1,4 Mio. t Stahl stückverzinkt. Wichtige Anwendungsbereiche des Korrosionsschutzes durch Feuerverzinken sind u. a. Architektur und Bauwesen sowie die Verkehrstechnik und der Fahrzeugbau. Weitere Informationen zum Feuerverzinken unter: www.feuerverzinken.com.

 

 


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