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5.3 Die Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit der Feuerverzinkung


1. Allgemeines

Eine Investition, die sich rechnen soll, muss alle anfallenden Kosten ganzheitlich betrachten und den kompletten Lebenszyklus z. B. eines Gebäudes berücksichtigen. Hierzu zählen so genannte Erst- und zumeist auch Einmalkosten für den Entwurf, die Planung und den Bau des Gebäudes sowie die anfallenden Folgekosten für die Wartung und Instandhaltung und die Kosten für den Abriss und das Recycling. Dabei können die Folgekosten schnell die Erstkosten um ein Vielfaches übersteigen.

 




Abb. 1: Feuerverzinkte Konstruktionen sind zuverlässig und wirtschaftlich

 

Das Feuerverzinken ist für atmosphärisch beanspruchte Stahlbauteile ein hochwirksamer Korrosionsschutz mit langer Schutzdauer. In vielen Anwendungsfällen stimmen Schutzdauer und Nutzungsdauer überein. Zinküberzüge sind wartungsarmer bzw. wartungsfreier Korrosionsschutz. Bei Betrachtung der Kosten, die für Korrosionsschutzmaßnahmen einschließlich Wartungs- und Instandsetzungskosten während der Nutzungsdauer von Stahlbauten aufzubringen sind, ist Feuerverzinken mit großem Abstand die wirtschaftlichste Korrosionsschutzmaßnahme für Stahlbauten.

 

2. Kriterien bei der Korrosionsschutzwahl

Für den Korrosionsschutz im Bereich Stahlbau und Bauwesen verwendet man unterschiedlichste Beschichtungssysteme, das Feuerverzinken und die Kombi-nation von beidem, so genannte Duplex-Systeme.

Für die Wahl des optimalen Korrosionsschutzsystems gibt es weltweit einheitliche Kriterien:

 


der Zuverlässigkeitsgrad, mit dem das System aufgebracht werden kann
die Kosten für den Erstschutz
die zu erwartende Nutzungsdauer des Objektes
die (atmosphärische) Belastung am vorgesehen Einsatzort
die Schutzdauer des Überzuges bzw. des Beschichtungssystems
die Folgekosten und Betriebsunterbrechungen bei Instandhaltungsarbeiten

3. Zusammenhang zwischen Materialdicke und Oberfläche

Will man die Kosten von Korrosionsschutzsystemen miteinander vergleichen, ist die Tatsache von Bedeutung, dass die Kosten bei der Feuerverzinkung nach dem Gewicht des Verzinkungsgutes und nicht - wie bei Beschichtungen üblich - nach der Oberfläche berechnet werden.

Kennt man den Preis der Feuerverzinkung (üblicherweise in EUR/t angegeben) ist eine leichte Umrechnung zur Durchführung eines Kostenvergleiches möglich (Abb. 2).




Abb. 2: Umrechnung der Verzinkungskosten von EUR/t in EUR/m²

 

Beispiel: Aus einem Verzinkungspreis von 275,00 EUR/t ergeben sich bei einer durchschnittlichen Materialdicke von 8 mm Verzinkungskosten von etwa 8,60 EUR/m².

*) Durchschnittspreise ab Feuerverzinkerei (zzgl. Mwst) - Stand 2005; Basis: Zinkpreis 825,00 EUR/t; Zuschläge bei sperrigen Konstruktionen und für zusätzliche Dienstleistungen und Frachten.

**) 1 Grund- und 2 Deckbeschichtungen; Annahme: 1/3 Strahl- und 2/3 Beschichtungskosten.

 

4. Erstschutz- und Folgekosten

Normalerweise nimmt der Verzinkungspreis - in EUR/t gerechnet - mit dünner werdender Materialdicke zu, weil das dünnere Material wegen der größeren Oberfläche mehr Zink annimmt. Der Verzinkungspreis in EUR/m² verringert sich jedoch bei dünner werdendem Material, weil hier der Lohnkostenanteil nicht mehr so stark zu Buche schlägt. Dieser Umstand kommt dem Trend der Zeit entgegen, nämlich der gewichts- und damit auch kostensparenden Leichtbauweise. Die tendenziellen Zusammenhänge zeigt unsere Tabelle.

Entgegen landläufiger Auffassung, nach der die Feuerverzinkung erst unter Berücksichtigung des Faktors Zeit das wirtschaftlichere Korrosionsschutzsystem ist, ergibt sich heute oft ein anderes Bild. Bereits bei den Erstschutzkosten bietet die Feuerverzinkung bei vielen Konstruktionsarten deutliche Kostenvorteile gegenüber alternativen Beschichtungssystemen.

Bei diesen ist eine allgemein gültige Kostenangabe naturgemäß schwieriger als bei der Feuerverzinkung, denn es gibt für den Korrosionsschutzsektor einige Dutzend empfohlene Beschichtungssysteme mit unterschiedlichem Aufbau, unterschiedlicher Oberflächenvorbereitung sowie unterschiedlicher Bindemittel- und Pigmentbasis.

Bei Beschichtungen sind im Regelfall die Kosten für die Oberflächenvorbereitung und für die (relativ arbeitsintensiven) Applikationen preisbestimmend; die Materialkosten für Beschichtungsstoffe sind demgegenüber weniger bedeutsam. Aus diesem Grund steigen Beschichtungskosten bei dünner werdenden Materialien und stärker gegliederten Konstruktionen an - im Gegensatz zum Feuerverzinken.

Da die Nutzungsdauer von Objekten normalerweise deutlich über der Schutzdauer von Korrosionsschutzsystemen liegt, müssen bei einer umfassenden Wirtschaftlichkeitsbetrachtung sowohl die Erst- als auch die Folgekosten berücksichtigt werden. 

 

5. Schutzdauer

Die Wirtschaftlichkeit von Korrosionsschutzsystemen wird im wesentlichen durch die Schutzdauer des Systems bestimmt. Hochwertige und damit auch langlebige Schutzsysteme sind in der Regel auch wirtschaftlicher als preisgünstigere, aber kurzlebige Alternativen.

Bei einer Feuerverzinkung mit einer praxisüblichen Schichtdicke von 100 µm oder mehr kann heute eine Schutzdauer von 30 bis über 50 Jahren erwartet werden (Abb. 3).




Abb. 3: Typische Schutzdauer bis zur ersten Instandsetzung von Zinküberzügen in verschiedenen Bereichen

(Anmerkung: Jede Umgebung ist in einem Band dargestellt; die Linien zeigen die typischen Ober- und Untergrenzen für die Schutzdauer in dem entsprechenden Bereich. Die spezifischen mikroklimatischen Einflüsse sind hierbei nicht berücksichtigt.)


 

Die Feuerverzinkung steht in direktem Wettbewerb mit Beschichtungssystemen unterschiedlichster Art und Güte. Bei diesen kann je nach Aufbau und Dicke des Beschichtungssystems sowie der Güte der Oberflächenvorbereitung und der Art der Beanspruchung die zu erwartende Schutzdauer deutlich schwanken. 

 

6. Zusammenfassung

Ein Vergleich der Korrosionsverhütungskosten pro Flächen- und Zeiteinheit - und nur diese Kosten sind bei unterschiedlichen Schutzsystemen vergleichbar - zeigt, dass die Feuerverzinkung eines der preiswertesten Schutzsysteme ist, das nur noch von der Kombination "Feuerverzinkung plus Beschichtung" übertroffen wird.




Abb. 4: Erstkosten für Korrosionsschutzsysteme

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