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3.3 DIN EN ISO 1461 - Durch Feuerverzinken auf Stahl aufgebrachte Zinküberzüge (Stückverzinken) - Teil 3


Anhänge

Die neue DIN EN ISO 1461 enthält mehrere Anhänge, wobei A, B und ZA normativ sind; C, D und E sind informativ.

Im Anhang A ist festgelegt, welche Informationen im Hinblick auf eine erfolgreiche Feuerverzinkung wichtig sind und deshalb zu einer umfassenden Auftragserteilung gehören. Ein Problem kann sich hierbei allerdings dadurch ergeben, dass mitunter weder der Auftraggeber, noch die Feuerverzinkerei detaillierte Kenntnisse zu allen dort aufgeführten Fragestellungen besitzen (z.B. die chemische Zusammensetzung eines Stahlwerkstoffes).

 




Abb. 12: Feuerverzinken + Beschichten = Duplex-System; diese Kombination von Korrosionsschutzsystemen gewinnt in der Praxis zunehmend an Bedeutung

 

Von besonderer Bedeutung sind in diesem Zusammenhang u. a.: 

 


die chemische Zusammensetzung des Stahls (im Zusammenhang mit der Eignung zum Feuerverzinken)
die Art der Stahlkonstruktion und ihre Fertigung (feuerverzinkungsgerechte Konstruktion)
spezielle Anforderungen an die Oberflächenvorbereitung
spezielle Anforderungen an eine Nachbehandlung
besondere Forderungen an das Aussehen und die Dicke von Zinküberzügen
Hinweise ob kleine Teile zentrifugiert werden dürfen oder nicht
ob eine zusätzliche Beschichtung vorgesehen ist (Abb. 1)
ob eine Abnahmeprüfung durch den Besteller erfolgen soll
ob eine Werkbescheinigung mitzuliefern ist usw.

 

Da diese und andere Fragen im Zusammenhang mit einem Verzinkungsauftrag von Bedeutung sind, empfiehlt es sich, bereits im Zuge der Planung den Rat eines Verzinkungsfachmannes einzuholen (Abb. 13).




Abb. 13: Die fachliche Beratung von Planern ist ein wichtiger Bestandteil des Auftrages

 

Im Anhang B ist darauf hingewiesen, dass die Konstruktionen feuerverzin-kungsgerecht zu konstruieren und zu fertigen sind und insbesondere Hohlkörper aus Sicherheitsgründen an geeigneten Stellen Öffnungen besitzen müssen, die ein Ein- und Ausfließen aller Behandlungsmedien zulassen (Abb. 14).




Abb. 14: Öffnungen an Rohrprofilen oder Hohlkörpern an den richtigen Stellen und mit dem richtigen Durchmesser sorgen für einen guten Korrosionsschutz auch im Innern

 

Anhang C informiert über besondere Aspekte, die beim Feuerverzinken zu beachten sind.

Erläutert werden u. a. der Einfluss der Rauheit der Stahloberfläche auf die Dicke von Zinküberzügen, der Einfluss von reaktiven Elementen im Grundwerkstoff auf die Dicke des Zinküberzuges und sein Aussehen (hier insbesondere die Einflüsse von Silicium und Phosphor im Stahl). Ebenso wird darauf hingewiesen, welche Auswirkungen hohe Spannungen im Grundwerkstoff beim Feuerverzinken haben können und welche Effekte sich als Folge der Alterung von Stählen ergeben können.

Besondere Probleme, die sich im Hinblick auf das Feuerverzinken schwefel-

haltiger Automatenstähle ergeben sind ebenso angesprochen wie der Hinweis, dass an Brennschnittkanten bestimmte Einflüsse eine verringerte Überzugsdicke auslösen können.

Ausführlich beschrieben werden u.a. die Auswirkungen der Kaltverformung von Stählen, die im Zusammenwirken mit der thermischen Einwirkung des Ver-

zinkungsverfahrens eine Versprödung bei bestimmten, stickstoffhaltigen Stählen auslösen kann. An mehreren Stellen im Anhang C werden Hinweise zum feuer-

verzinkungsgerechten Konstruieren gegeben. Leider sind die Ausführungen recht allgemein gehalten, so dass sie dem Praktiker nur wenig Hilfestellung bei der Lösung konkreter Fragen geben. Zum feuerverzinkungsgerechten Konstruieren wird auf die DIN EN ISO 14713 verwiesen, die ausführlichere Informationen zum feuerverzinkungsgerechten Konstruieren liefern wird.

Im Gegensatz zur DIN 50976 enthält die neue Euro-Norm keine detaillierten Hinweise zum Feuerverzinken von Stahlteilen, die mit Trinkwasser in Kontakt stehen sollen. Es wird allerdings darauf verwiesen, dass dann gegebenenfalls der Zinküberzug in seiner chemischen Zusammensetzung die Anforderung für feuer-

verzinkte Rohre nach EN 10240 erfüllen muss, dieses ist bei Bedarf zu verein-

baren.

Im Anhang D werden Ausführungen zur Bestimmung der Schichtdicke nach verschiedenen Verfahren gemacht. Im Falle von Unstimmigkeiten bezüglich der Schichtdicke von Zinküberzügen und ihrer Prüfung sollte dieser Anhang beachtet werden.

 

NATIONALES BEIBLATT l

Das Beiblatt l zur DIN EN ISO 1461 ist nur in der deutschen Fassung dieser Norm zu finden. Es wurde auf Initiative des zuständigen deutschen Normenausschusses erarbeitet und stellt wichtige zusätzliche Hinweise und Erläuterungen, die man in den Anhängen der Euro-Norm vermisst hat, dar.

In technischen Zeichnungen und Stücklisten wird häufig mit Kurzzeichen gearbei-

tet. Die bislang in DIN 50976 verwendeten Kurzzeichen wurden leider in der neuen Euro-Norm zum Stückverzinken nicht weitergeführt. Im nationalen Beiblatt zu dieser Norm wird allerdings die Verwendung von Kurzzeichen empfohlen. So können zum Beispiel die nachfolgenden Bezeichnungen verwendet werden:

 

DIN EN ISO 1461-t Zn o

DIN EN ISO 1461-t Zn b

DIN EN ISO 1461-t Zn k

 

Hierbei steht die Bezeichnung der Norm zuerst, „t" steht für „thermisch", „Zn" steht als chemisches Zeichen für „Zink", „o" bedeutet „ohne Anforderung" in Bezug auf eine Nachbehandlung, „b" steht für ein nachfolgendes „Beschichten", „k" bedeutet, dass „keine Nachbehandlung" vorgenommen werden darf.

Beim Ausbessern von Fehlstellen in Zinküberzügen mit Hilfe von speziellen Zinkstaub-Beschichtungsstoffen gibt die DIN EN ISO 1461 hierzu keine besonderen Hinweise über die Art des Beschichtungsstoffes (Abb. 15).




Abb. 15: Ausbessern von Schadstellen durch Zinkstaub-Beschichtungsstoffe

 

Im Hinblick auf eine eventuell nachträglich noch durchzuführende komplette Be-

schichtung der Konstruktion werden jedoch im nationalen Beiblatt Beschichtungs-

stoffe empfohlen, die ohne Probleme überbeschichtet werden können. Im Beiblatt l werden hierzu Zinkstaubbeschichtungsstoffe mit folgenden Bindemitteln empfohlen:

 


Zweikomponenten-Epoxidharz
luftfeuchtigkeitshärtendes Einkomponenten-Polyurethan
luftfeuchtigkeitshärtendes Einkomponenten-Ethylsilikat

 

Im Beiblatt l wird zudem die Empfehlung ausgesprochen, die Eignung von Stählen zum Feuerverzinken (die u. a. von ihrer chemischen Zusammensetzung abhängt) bereits bei der Stahlbestellung zu vereinbaren. Dieses sollte mit Verweis auf die DIN EN 10025, Abschnitt 7.5.4 geschehen.

Das nationale Beiblatt weist darauf hin, dass die neue Euro-Norm nicht in der Lage ist, alle wichtigen Sachverhalte im Zusammenhang mit dem Feuerver-zinken zu regeln. Insbesondere wenn besondere Anforderungen an das Aussehen gestellt werden (z.B. in der Architektur) sollen Abstimmungen zwischen den Vertragspartnern erfolgen.

 

ZUSAMMENFASSUNG

Die internationale Norm DIN EN ISO 1461 „Durch Feuerverzinken auf Stahl aufgebrachte Zinküberzüge (Stückverzinken)" regelt international die Anfor-derungen und die Prüfung von Zinküberzügen. Der Inhalt der Norm liefert wichtige, jedoch nicht umfassende Informationen zum Thema, ohne den An-spruch zu erheben, auf alle juristischen Fragen eine Antwort liefern zu können. Um so wichtiger ist es, dass sich Auftragnehmer und Feuerverzinker insbeson-dere in denjenigen Fragen abstimmen, zu denen die Norm keine hinreichende Festlegung trifft.

Da diese Norm in einigen Bereichen zweifellos Schwächen aufweist, hat sich der zuständige nationale Normenausschuß entschlossen, ein nationales Beiblatt zu erarbeiten, das zusammen mit der Norm erscheinen wird. Darüber hinaus ist ein Kommentar zu dieser Norm verfügbar, der zu einer Vielzahl von Einzelfragen sachkundige Hinweise und Erläuterungen gibt.


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